Heutzutage hat alles seinen Markt. Geld wird hin und her geschoben, um wiederum Geld zu machen. Banken verdienten damit sehr viel, bis sie zu gierig wurden und Pakete verkauften, dessen Inhalt sie nicht kannten, den Käufern aber versicherten, sie werden damit sicherlich glücklich und reicher. So oder so ähnlich könnte man kurz die Mär von der derzeitigen Wirtschaftskrise erzählen. Neben der Tatsache, dass die Banker nicht in die Wundertüten hineinblickten, die sie so selbstverständlich veräußerten, blieben sie mit Sicherheit auf ihren Produkten sitzen, wäre ans Tageslicht gekommen, was sie denn da so anboten.
An dieser Stelle fällt nun das Wort, welches dem Verkäufer einen kalten Schauer am Rücken erzeugt: Transparenz.
Es ist natürlich nicht immer im Sinne des Verkäufers, den Kunden über all die Mängel seines Produkts zu informieren. Ein schlechtes Produkt verkauft sich nicht. Eine einfache Rechnung. Es gibt jedoch Dinge, die von ihrer Qualität leben und somit ihren Preis haben. Wer Qualität liefert, sollte aber zunächst einmal selbst von dieser überzeugt sein. Hierfür gibt es einen anderen Term, nämlich Garantie. Und dann gibt es Dinge, die quasi keinen reell materiellen Wert besitzen, also ideelle Qualitäten darstellen, die aber dennoch verkauft werden. Auch Spenden haben einen Markt!
Kann man nun Qualität und Garantie zusammenlegen? Man kann. Und wie wirkt sich dann die Transparenz aus auf den Kunden?
So ist gerade der Spendenmarkt ein solcher, der nach Transparenz verlangt. Klar ist, dass Menschen, die Geld an einen karitativen Zweck spenden, wissen möchten, wissen sollten, wohin ihre Spenden hingehen. Klar ist auch, dass Spendensammeln Geld kostet. Es wirbt sich nicht umsonst. Und ebenso klar ist, dass all die Menschen, die hinter der Organisation, hinter der guten Sache stehen, eine Vergütung, zumindest aber eine Aufwandsentschädigung erhalten sollten. Immerhin machen sie aufmerksam auf Abläufe des Weltgeschehens vor denen die meisten Menschen gerne die Augen schließen würden. Bei soviel Klarheit ist aber zusätzlich klar, dass eben diese Organisationen von sich transparent darlegen sollten, wohin wie viel Geld fließt. Die gesetzlichen Rahmen für Gemeinnützigkeit regelt der Gesetzgeber, die Einstufungen solcher Kosten werden von unabhängigen Instituten wie dem DZI festgelegt und veröffentlicht. Hinzu kommen dann Prüfungs- und Beratungsgesellschaften wie zum Beispiel PricewaterhouseCoopers, die einen Preis verleihen für Unternehmen und Organisationen, die besonders transparent agieren. Der Transparenzpreis soll als ein Siegel gelten, dessen Güte sich all diejenigen zuschreiben dürfen, die ihre Zahlen offen legen. Jeder kennt die ganzen Ökostiftungswarentestengel aus den Regalen im Supermarkt und beruhigt sich gerne mit diesen Produkten. So ist es doch von Vorteil, solche Siegel auch für diesen komplizierten Markt „Spende” zu entwerfen.
Beim Wettbewerb um den Transparenzpreis werden Wege gezeigt, wie sich eine Hilfs- oder eine Spendenorganisation seinem Kunden öffnet; wie sie Rechnung tragen kann für ihre Kosten, was sie für Ausgaben hat. Das mag dann den einen oder anderen zunächst missmutig stimmen, dass nicht alles Geld seiner Spende direkt an das unterstützte Projekt geht, schafft aber doch wiederum Vertrauen, da sich die Organisation dessen bewusst scheint. Und bei sich gefragt, hat man doch von vorneherein gewusst, dass man als Spender einen Betrag „Verwaltung” und einen Betrag „Werbung” und einen Betrag „etcetera” mitträgt, wenn man in die Sammelbüchse gibt. Es ist dann wohl erfreulich, wenn diese Sammelbüchse aus Glas ist und man weiß wie viel, wofür abgetreten wird.
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