21Juli

greenVZ

Matthias Nizinski Kampagnen » Social Web

Greenpeace stellt sich in Zeiten der Internetplattformen der wichtigen Aufgabe seine Aktiven zu vernetzen. Mit dem Start der beta-Version von GreenAction.de ist seit gestern der Weg geebnet worden, einen unmittelbaren Kommunikationsfluss der Umweltschützer zu gewährleisten. Mit ihrer Online-Campaigning-Plattform möchte der wohl berühmteste Umweltschützer weltweit nicht nur seine eigenen Mitstreiter vernetzen, es sollen auch neue Aktive geworben werden. Der Clou an der ganzen Sache ist, dass sich innerhalb dieses Kommunikationsnetzes neue Möglichkeiten ergeben und sich handlungswillige Aktivisten zusammentun können, um möglichst effektiv und geschlossen zu agieren.

Das Prinziip erinnert an Plattformen wie studiVZ und Derivate. Doch geht es hier nicht darum, über den einen Dozenten zu lästern, oder in Erfahrung zu bringen wohin der süße Kommilitone aus dem Didaktik-Seminar am Wochenende hingeht.
Greenpeace 2.0 lautet die Devise: Wer sich registriert, kann sich laufenden Kampagnen anschließen, sich an Aktionen beteiligen oder eigene Kampagnen ins Leben rufen und dann Leute dazu einladen. Kommunikation und Vernetzung ist den bereits etablierten social communities nicht unähnlich. Es hat aber ein anderes Vorzeichen. Die Idee hinter der Plattform ist ganz klar ausgerichtet: Runter von der Couch und raus auf die Straße! Das geht am besten, in dem man sich vorher im Internet verständigt hat. Ein Imagefilm macht mit seinen schicken Bildern deutlich, dass gemeinsame Aktionen etwas bewegen können. Jeder hat die Möglichkeit Kampagnen zu organisieren und über diesen Weg schnell ähnlich denkende dazu einzuladen. Wie das dann konkret aussieht, entscheidet jeder selbst. Das können dann Informationsveranstaltungen sein, das können Aktionen nach dem Motto „Kohle nur noch zum grillen“ sein. Interessant erscheint der Aufruf zur Bundestagswahl 100.000 Ökostromhaushalte zu schaffen. Die „Wechselwelle“ soll das Land überschwemmen. Man konzentriert sich bislang stark auf den Atomausstieg und den Klimawandel. Was man in dieser Testphase der Seite schon sehen kann, ist die Einfachheit der Problematisierungen. Erklärt wird das ungefähr so:

Problem: Krümmel ist unsicher. Ziel: Krümmel abschalten.

Ein einfaches Prinzip das funktioniert. Jeder, der sich registriert, kann Freunde einladen, Fotos hochladen, in Gästebücher hineinschreiben und Nachrichten versenden. Derzeit genügt eine gültige E-Mail-Adresse. Man kann sich anonym anmelden.
Alles in Allem ein bekanntes Prinzip. Was sich hier aber als Neuheit erweist, ist das Campaigning. Man kann aus verschiedenen Bereichen wie Atomausstieg und Klimawandel wählen. Zudem gibt es so genannte GreenIts, ein Bewertungssystem mit Sternchen, bei dem der User die einzelnen Kampagnen je nach eigenem Zuspruch bewerten kann und dessen Ergebnis für die anderen Nutzer sichtbar ist. Daran kann man sich orientieren und besonders häufig aufgerufene und bewertete Kampagnen schneller sichten. Hierin wird die Motivation angesprochen, seine Projekte vielen Usern schmackhaft zu machen. Das hierbei entstehende Ranking gibt es dann auch für die User selbst, das heißt konkret, dass sich eine  weitere Motivation entwickelt, besonders häufig und viel aktiv zu werden.
Greenpeace ist zwar der Schirmherr dieser Plattform, dennoch sind andere außen stehende Organisationen nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, es geht bei GreenAction.de darum einen möglichst starken Verbund zwischen den verschiedenen Organisationen zu schaffen. Auch hier sieht man den Zusammenschluss als eine größere Chance Bewegung zu schaffen. Konkurrenz bringt der Umweltbewegung herzlich wenig. Deswegen ist das Portal jedem zugänglich. Besonders junge Menschen soll das Portal werben.

Das Vorbild für solch ein Netzwerk kommt wie so häufig aus den USA, wo Online-Campaigning seit längerem eingesetzt wird, um Leute mit gleichem Bewusstsein zusammenzubringen. Wenn es schon so viele dieser Netzwerke gibt, dann ist ein Umweltportal ein wichtiger Schritt in die Richtung, um globale Probleme wie Klimawandel mit globalen Augen zu betrachten. Es verbindet Menschen zu einem gesunden Bewusstsein der Umwelt gegenüber, bündelt Aktionen und macht auf diese aufmerksam.
Wie sich das Projekt entwickeln wird, wenn die Testphase abgeschlossen ist und es dann am 01. August richtig losgeht, wird sich zeigen - es wird wohl nicht das neue facebook werden. Allerdings bietet GreenAction.de eine Vielzahl von Chancen in Zukunft  die Massen zu mobilisieren, wenn es dann wieder einmal heißt David gegen Goliath oder Greenpeace gegen…

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2Juli

Erhebt eure Avaaz!

Matthias Nizinski Social Web

In Iran herrscht seit dem Wahlausgang von 12. Juni kommunikativer Ausnahmezustand. Ausländische Journalisten stehen unter Hausarrest, eine Berichterstattung ist so gut wie nicht möglich. Alles, was an Bildmaterial über die Proteste gegen das Wahlergebnis, und den Wahlsieg Mahmud Ahmadinedschads, den Kanälen der hiesigen Medien zukam, ist von privaten Kameras, von privaten Handys mit Kamerafunktion zu ihnen gekommen. Tagesthemen und Konsorten können sich derzeit nicht anders helfen als von den Presseagenturen als „belegbar” anerkannte Dokumente zu veröffentlichen. Internetplattformen wie flickr*, facebook und andere haben wenigstens einen Ausweg geboten, die staatliche Zensur der Presse zu umgehen. Seit jeher war das Internet aber auch im Visier der Staatsschützer, so dass Spionage von vermeintlichen Systemfeinden, hier: blogger und andere social-community-user, an der Tagesordnung stand. Das Internet lässt sich aber nicht so leicht kontrollieren und auch ist der Zusammenhalt unter den Nutzern stark. So haben dann viele twitter-Nutzer, um Verwirrung zu stiften ihren Location-Spot geändert und gaben an in Teheran, Iran zuhause zu sein, so dass die Schnüffler an falschen Fährten schnüffeln müssen. Doch nun sieht es so aus, als wäre es dem Regime Chamenei und Ahmadinedschad gelungen, die mobile Kommunikation restlos zu unterbinden. SMS-Kanäle werden durch das Abschalten des Mobilfunknetzes gesperrt, Seiten wie facebook und andere  können meist nur noch über Umwege auf Proxy-Servern erreicht werden. Nun also auch Festnahmen derer, die mit ihren Mobiltelefonen versuchen die Außenwelt mit Informationen zu versorgen.

Das Handy ist zu einem Instrument des Widerstands geworden. Die Verknüpfung mit dem Internet lässt das wahre Potential der Agitation zum Vorschein kommen. Anhänger des Oppositionsführers Hossein Mussawi haben es schwer heutzutage, ihre Web-Seiten sind blockiert und ihnen selbst drohen Prügel- und Gefängnisstrafen. Augenzeugen berichten über prügelnde Staatsgewalt gegenüber Handyjournalisten. Der letzte Schritt zur vollkommenen Isolation des Landes, ähnlich wie in Nordkorea ist die definitive Blockade des Internetzugangs in Iran.

Der derzeitige Trend zeigt, dass  immer weniger Material in die Kanäle eingespeist wird. Ein Sieg für die Mullahs?

Noch funktioniert das Internet in Iran, wenn auch langsam, man ist auf das Festnetz ausgewichen seit man keine SMS mehr senden kann. Hier kommt dann der Zusammenhalt der Internetnutzer zutage. Um einen schnelleren Internetzugang für die iranische Bevölkerung zu gewährleisten, hat die Organisation Avaaz.org zu einer Spendenrunde aufgerufen, um Server bereitzustellen und die Bandbreite dieser zu erweitern, von dem dann die Iraner, die sich auflehnen möchten profitieren können. Mit einer Spende von € 10,- kann man helfen, das Recht auf Information in Iran zu ermöglichen. Avaaz heißt Stimme in vielen asiatischen Sprachen (unter anderem auch auf Farsi) und ist eine NGO, die seit ihrer Gründung 2007 viele lobenswerte Petitionen zusammenstellte und mit ihren globalisierungskritischen, menschenrechtsorientierten Forderungen half die Massen zu mobilisieren. Avaaz übt Macht aus, die Macht der Stimme. Über das Internet werden Petitionen aufgestellt, die sich öffentlich gegen Verletzungen von Menschenrechten, gegen die Verhärtung religiöser Konflikte und für Aufklärung des Klimawandels betreffend einsetzen. Die Ergebnisse dieser Petitionen werden dann Konsulaten und Regierungsträgern geschickt. Wenn man bedenkt, dass rund 1,5 Millionen Unterschriften für eine Verstärkung des Dialogs zwischen Dalai Lama und der chinesischen Regierung zustande kamen und auf dem Schreibtisch chinesischer Behörden landeten, so macht das schon Eindruck.

Wenn den Menschen In Iran das Recht auf Stimme entzogen wird, so liegt es an der restlichen Welt sich für diese einzusetzen, die eigene Stimme zu erheben für die Stimmlosen. Émile Zola hat das für den unschuldigen Alfred Dreyfus getan. Sein „J’accuse” wurde zum Zeichen dafür wie viel Macht eine öffentliche Stimme haben kann. Eine einfache Rechnung, wie viel Macht hundert tausende öffentliche Stimmen haben können.

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18Juni

Camp Social.

Matthias Nizinski Kampagnen » Social Web

Ein Ferienlager wird der eine oder andere noch aus seiner Jugend kennen. Die Business-Welt hat indes erkannt, dass man im lockeren Rahmen sogar besser zu Erkenntnissen kommt als in stickigen Hierarchiekluften. Freie Luft zum Atmen, freier Geist zum Arbeiten.

Lagerfeuer, Wanderungen durch die angrenzenden Wälder stehen bei der neuen Generation von Lagern aber nicht auf der Liste. Die neue Generation von Feriencamps ist global ausgerichtet. Im Zuge der globalisierten Welt werden Themen angesprochen, die sich mit dem Weltgefüge auseinandersetzen. Das Internet und die Ausweitung der Medien in eben jenes, ermöglichen einen schnelleren Zugang zu Informationen und die Auswahl der Quellen ist dadurch ebenso größer. So sind weltweite soziale Ungerechtigkeiten heutzutage viel mehr präsent in den Köpfen der Menschen und vor allem junge Vielnutzer des Internets wissen meist schon vor den großen Zeitungen und Presseagenturen bescheid, wenn es irgendwo in der Welt kracht.

Die heutigen Camps sind dem Zeitgeist entsprechend aber nicht über Wochen hinweg, sondern dauern zum Teil nur wenige Stunden. So wird sich in der heutigen Schnelllebigkeit auch schnell gekümmert. Der restliche Aufwand wird dann auf medialem Wege erledigt. Mobile Tech 4 Social Change ist so ein Camp. Ausgehend von MobileActive.org, einer Social Community, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit von Non-Profit-Organisationen (NPO) im Umgang mit Mobilfunktechnologien zu unterstützen und zu durchleuchten. Das tun sie wie folgt: jeder, der Interesse hat ein Camp zu organisieren kann das tun. Überall auf der Welt kann man daher Leute zusammenbringen, die sich in Präsentationen, in Workshops und Diskussionsrunden austauschen. Ziel ist es, Aufklärung zu betreiben, Wissen zu verbreiten. Welche Ideen und Erfahrungen im Gebrauch von mobiler Technologien für den Einsatz eines guten Zweckes sind bereits erschlossen und wie kann man diese nutzen. Ebenso wichtig ist es, dass man Kosten reduziert, um solch ein Wissen zu erlangen. Wissen darüber, wie man diese Möglichkeiten der Verbreitung dieser Technologien am besten für die Gesellschaft einsetzbar macht. Und mit solch einer Basis die Strategien und Taktiken effektiven Gebrauchs zugunsten der NPOs zu beschleunigen, um daraufhin neue Plattformen zu erschließen auf denen man Netzwerke knüpfen kann. 

Am 05. September diesen Jahres findet solch ein Camp nun auch in Berlin statt. Eingeladen sind hierzu alle Interessierten, die daran partizipieren möchten. Die Teilnehmer werden aufgerufen, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Ein Camp lebt davon, dass möglichst viele viel zu den Inhalten beitragen. Man muss kein Experte sein, auf dem Gebiet, das man für diskussionsrelevant hält, sollte aber vorbereitet sein. Denn: Grundlage einer solchen Veranstaltung ist die Diskussion. Und Diskussion funktioniert dann am besten, wenn sich alle beteiligen. 

spendino ist selbstverständlich dabei, genau genommen wir das  Mobile Tech 4 Social Change Berlin, wird von Florian Nöll und Verena Bock  aus dem spendino-Team geplant und veranstaltet. Mögliche Themen, die sich im Rahmen der M4Change Berlin anbieten gibt es zuhauf. Blickt man ins aktuelle Weltgeschehen kommt man nicht umhin, auf Twitter zu stoßen. Was diese Mikroblogging-Instanz ermöglicht, kann man augenblicklich in Iran verfolgen. Dort ist freie Presse derzeit einfach nicht möglich. Auslandskorrespondenten dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen, es gibt praktisch keinerlei nicht staatlich zensierte Berichterstattung. Das Internet lässt sich nicht so einfach zensieren, es gibt immer Wege einer Zensur oder gar Sperrung auszuweichen. Hierfür sind dann Foren wie Twitter, YouTube und dergleichen die places to be. Fragen zu Themen, wie es mit der Authentizität solcher frei nutzbaren Mittel aussieht und wie diese zu gewähren sind, könnten während M4Change Berlin zum Beispiel geklärt werden. Oder wie man das fehlende Bankensystem in Afrika mittels micro-banking auffangen kann. Die Menschen in Afrika haben dadurch erstmalig die Möglichkeit Geld zu transferieren, über das Mobiltelefon. Auch soll über das Fundraising im Internet debattiert werden, wie es immer mehr Anhänger findet, die immer mehr Möglichkeiten für die Organisationen sich online zu präsentieren und dergleichen.

Wie das alles von statten geht, wird dann geklärt, wenn in Berlin die virtuellen Zelte aufgestellt werden, vergesst die Heringe nicht.

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11Juni

Weitlauf zur Mitte.

Matthias Nizinski Kampagnen » Social Web

Junge Leute schwitzten um die Wette um ein Waisendorf in Tansania zu unterstützen. Das Online-Karrierenetzwerk e-fellows erdachte sich die Idee einer Charity-Staffel. Durch ganz Deutschland gaben junge Sportler Staffelstäbe weiter, von Norden, Süden, Osten, Westen, um sich letztlich in der Mitte, in Göttingen zu treffen. Die Staffelträger sind hierbei gleichzeitig Hoffnungsträger. Ziel ihrer Sammelaktion ist ein Waisendorf in Tansania. Lebenshilfe für Afrika e.V. unterstützt Kinder, deren Eltern an AIDS gestorben sind. Im Kinderdorf Kamishango nahe Monduli-Stadt in Tansania werden 246 Waisen betreut. Sie lernen wichtiges über den Anbau von Lebensmitteln, erhalten Schulgeld und die Möglichkeit einer Berufsausbildung.

Das Vorzeichen heißt „Hilfe zur Selbsthilfe” - etwas, das zwar oft propagiert, aber selten richtig ausgeführt wird. Ein hemmungsloser Schub an „Entwicklungshilfe” kann ein System schaffen, das Trägheit schafft. So ist es denkbar leicht nachzuvollziehen, dass Gewissheit über kommende Zuwendungen für die man nichts selbst machen muss die Eigenmotivation eher schwächt. Deswegen ist es unbedingt notwendig, dass die Kinder in Afrika von klein auf lernen wie wichtig es ist selbständig zu sein. Nur muss hierfür eine Basis geschaffen werden. Auf sich allein gestellt kann die Jugend in Afrika nichts bewegen. Wie soll eine sichere Generation in einem System erwachsen, welches auf Korruption und somit auf wackligen Säulen gebaut ist.  Perspektiven schaffen, statt Hilflosigkeit aufzeigen. Für diese Kinder, die von Geburt an mit dem Sterben konfrontiert wurden, die mit ihrer wenigen Lebenserfahrung bereits alles verloren haben, was sie in der Kindheit benötigt hätten, ihre Eltern, ihre Hoffnungen, für diese Kinder ist eine solche Tagesstätte womöglich der letzte Anlauf, sich nicht selbst aufzugeben.

Von dem kleinen Ort irgendwo in Afrika bis nach Göttingen ist es eine absurd große Distanz. Von der Distanz, die zwischen dem Lebensstandard der Menschen in Afrika und den Menschen in Deutschland herrscht, gar nicht zu sprechen. Manchmal sind es aber auch Distanzen, die Menschen näher bringen; die Distanzen, die die Staffelläufer zurückgelegt haben sind solche, die Brücken schlagen.

Die Staffel ist zu Ende, der letzte Stab wurde eingereicht, es wurde ausgiebig gefeiert und das Ergebnis kann sich sehen lassen: € 10 000,- konnten für die Lebenshilfe für Afrika e.V. eingenommen werden, die dem Waisendorf Kamishango zugute kommen. spendino gratuliert den teilnehmenden Sportlern und den Organisatoren zu diesem erfolgreichen Ergebnis.

Die Summe, die durch diesen Lauf eingenommen wurde macht sich nun auf ihren eigenen Weg. Eine Strecke, die noch viel weiter ist als die der Läufer. Was für neue Wege diese Summe eröffnet, wird sich noch zeigen, doch so weit der Horizont sich erstreckt, so endlos scheinen die Möglichkeiten. Das Lächeln der Kinderaugen ist in seiner Tiefe wohl unendlich.

Wer dieses Projekt weiter unterstützen möchte, kann dies tun. Zum Beispiel mit einer 3 Euro SMS mit dem Text STAFFEL an die Nummer 81190. Weitere Informationen auf der spendino Projektseite und natürlich bei www.charity-staffel.de

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28Mai

Spenden goes Großevent.

Matthias Nizinski Kampagnen » Social Web » Termine

Public Viewing kennen wir ja schon seit der WM 2006. Nun kommt der nächste Schritt: Public Giving. Großereignisse erzeugen beim Partizipierenden ein Gefühl von Gemeinschaft. Gemeinsam feiern, gemeinsam trinken, gemeinsam spenden.

Jeder kennt die Spendenmarathons aus dem Fernsehen, doch handelt es sich hierbei nicht um eine Dauerwerbesendung, bei der es ausschließlich darum geht, einen Rekordbetrag zu erzielen, nein, beim Public Giving handelt es sich um eine Veranstaltung, die Menschen aus freien Stücken besuchen und nebenbei auf soziale Probleme aufmerksam gemacht werden. Der Clou: die Besucher können spontan helfen. Die Unterhaltung dient nicht der bloßen Geldeintreibe. 

Dieses instinktive Gemeinsam kann man nutzen, um möglichst viele in eine Richtung zu führen. So wird bei solchen Großereignissen auch stets immer im großen Maße geworben. Auch die Charity-Riege nutzt immer häufiger die Möglichkeit, unzählige Menschen an einem Ort gebündelt zu erreichen und sie von ihrer Sache zu überzeugen. So hat Alicia Keys auf ihrer letztjährigen US-Tournee bei Konzerten die Zuschauer aufgefordert, die von ihr unterstützte Organisation „Keep A Child Alive” live zu spenden. Mit ihren Handys sollten die Besucher ihrer Konzerte das Keyword „Alive” am eine Telefonnummer schicken, um somit 5 Dollar zur Bekämpfung des AIDS-Virus in Afrika beizutragen. Diesem Vorbild folgten während der Tour 8000 Besucher und so konnten mehr als 40000 Dollar eingenommen werden. Bei der diesjährigen Staffel von American Idol war Alicia Keys als Überraschungsgast geladen und rief auch hier zum Spenden via SMS auf. Eine derart beliebte Sendung hat natürlich eine enorme Zuschauerschaft und so konnten bereits während der Sendung mehr als 100000 Nachrichten verzeichnet werden, der Aufruf läuft noch bis zum 01. Juni.

Auch in Berlin findet demnächst ein Spenden-Großevent statt. „Ein Hartz für Berlin” lautet die Spendengala, bei der neben den Auftritten der Initiatoren Icke und Er und Bela B. zahlreiche bekannte Musiker aus Deutschland gemeinsam für die Berliner Tafel e.V. auf die Bühne gehen. Alle Künstler verzichten dabei auf ihre Gagen, alle Einnahmen kommen der Organisation zugute. Durch spendino wird auch bei diesem Konzert jeder Besucher per SMS helfen können.

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Man kennt ihn mit Rosen, man kennt ihn mit orangenen Schleifen. Nun wird Umsturz gezwitschert. In Moldawien formierte sich eine revolutionäre Bewegung über das Internet.

Es scheint fast schon obligatorisch, dass die Bevölkerung unzufrieden ist mit dem Wahlergebnis, wenn in ehemaligen Sowjetrepubliken gewählt wird. Weißrussland 2003, Ukraine 2004, Moldawien 2009.

Anfang April dieses Jahres war es wieder so weit. Moldawien, ein ehemaliger Teilstaat Rumäniens, hatte Parlamentswahlen abgehalten. Der große Gewinner hierbei: der kommunistische Flügel. Jetzt  ist es nicht weiter verwunderlich, dass über die Reinheit der Wahlergebnisse spekuliert wurde, dass man den Gewinnern Wahlbetrug vorhielt; manipulierte Medien,  Stimmenfälschungen  - hier sollten doch tatsächlich Verstorbene den Urnengang geschafft und im Ausland lebende Moldauer mit gewählt haben. Auch Minderjährige haben anscheinend für die Kommunisten gestimmt. Ist der kleine Staat zwischen Rumänien und Ukraine zwar einer der ärmsten auf dem eurasischen Kontinent, doch gibt es auch hier die Möglichkeit, seinen Unmut weltweit öffentlich zu veräußern. Ein Land, das größtenteils von Landwirtschaft lebt kann sich auch nicht von der Ausbreitung des Internets verschließen. So finden sich auch hier Leute, die die Möglichkeiten blitzschneller Informationsverteilung nutzen und zum Protest aufrufen. Werkzeuge wie Twitter eignen sich besonders gut ob ihres leichten Zugangs und kostenlosen Nutzung Massen zu mobilisieren.

Foto: Dan Pattesron

»Sechs Leute, zehn Minuten Brainstorming, ein paar Stunden lang SMS verschicken, und schon hast du 15000 Leute auf der Straße«

Natalia Morar, blogJournalistin Think Moldova

Dass der Protest gegen den Wahlausgang in gewalttätigen Ausschreitungen endete, kann man Twitter nicht vorhalten. Es war kein mittels Twitter geplanter Kleinkrieg von Unruhestiftern mit der Obrigkeit. Es ist vielmehr der Informationsaustausch, und die schnelle Publikation von Neuigkeiten, die Twitter in eine Rolle des Partizipierenden lenkt. Keine Twitter-Revolution. So kann dieses Forum nichts für die Gewaltbereitschaft junger Revolutionärer. Nein, das Phänomen Twitter ist ein anderes. Heutzutage kann jeder, zu jeder Zeit von überall zu jedem überall Kontakt aufnehmen. Man kann Twitter also so nutzen, um sich auszutauschen, man kann aber auch allerlei Gutes damit tun.

Die caritative Nutzbarkeit Twitters äußerte sich im Februar dieses Jahres. Twitter hat mit dem Twestival gezeigt, dass es eine Ausnahmeposition einnimmt, um Gutes zu tun. Hierbei handelte es sich um einen über Twitter initiierten Event  in mehr als 200 Städten der Welt, bei dem für eine NonProfit Organisation, charity: water gesammelt wurde. Diese hilft, in Entwicklungsländern wie Afrika und Indien Brunnen und andere Formen von Wassergewinnung zu erschließen und hat laut eigener Angaben bereits $ 250.000 über die Twestival-Veranstaltungen eingenommen. Bei diesen Veranstaltungen trafen sich Interessierte aus einer Stadt zusammen, um gemeinsam einen Abend zu verbringen und dabei Spenden zu sammeln. Organisiert wurde dies von Freiwilligen und mit unterschiedlicher Ausgestaltung. Angefangen hat alles mit der Idee, die Menschen hinter den Avataren kennenzulernen, gemeinsam Karaoke zu singen und dabei etwas für einen guten Zweck zu tun.  Zusätzlich wurden andere Funktionen wie Twestival.fm eingerichtet, bei denen der Nutzer durch den Kauf oder das Hochladen von Musik charity:water unterstützt oder direkt zu der Organisation verlinkt wird, um dort direkt zu spenden.

Ob das Sammeln von Spenden für den guten Zweck, den Austausch von privaten Informationen oder nun auch das Zusammenrufen von Umstürzlern in Moldawien, der Twittertrend scheint kein Ende nehmen zu wollen.

Ist Twitter jetzt bloß eine bunte Spielwiese für Selbstdarsteller, Spendensammler, Politiker oder Revolutionäre? Ein Hort der unendlich weit reichenden Vielfalt des Weltweitnetztes? Und was darf man alles ernst nehmen?  Fest steht jedenfalls, dass immer mehr Menschen sich dieses Mediums bedienen und dass es immer notwendiger scheint, es zu tun. Abzuwarten bleibt, ob es denn bald als obsolet gilt die Zeitung aufzuschlagen, um sich über das Weltgeschehen zu informieren. Denn ein Vöglein hat bestimmt schon seine 140 Töne hierzu gezwitschert.

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30April

Moderner Abgashandel.

Matthias Nizinski Allgemeines » Social Web

Auch wenn zuhause die Sonne scheint, über die Feiertage zieht es viele in die Ferne. Frei haben kann man auch am Mittelmeer. Kurzreisen mit dem Flugzeug sind heute kein geste luxueux, keine luxuriösen Ausnahmen mehr. Billigflieger bringen uns möglichst schnell an den Strand. Je billiger, desto besser und desto mehr. Jeder fliegt heutzutage. Und: der CO₂-Ausstoß wird immer größer. Doch was sind die Auswirkungen für die Umwelt? Selbstredend hat heutzutage jeder von globaler Erwärmung gehört und jeder ist irgendwie ein potentiell grünerzogener Mensch.  Jetzt stellt sich die Frage, warum man nicht mit dem Zug fährt nicht wirklich, da man eine Aussage wie: „ich bin mit dem Angebot der Bahn vollends zufrieden” so gut wie nie in vorüberrauschenden Gesellschaftssprechblasen vernimmt. Meistens sind es die Preise, die das Unwohl der Bürger auf ihre Bahn erregen. Es  gilt:  Geiz ist geiler als Öko-Bewusstsein (um es einmal mit Plakatsprache festzuhalten).

Bereits vor der großem Öko-Welle hat man erkannt: der CO₂ Ausstoß muss zurückgehen oder darf sich zumindest nicht erweitern. In Kyoto hat man beschlossen, dass das Weltklima ein wichtiges Gut darstellt. Im Zusatzprotokoll hat man sich über die Emission von Treibhausgasen geeinigt; geeinigt darauf, dass man die Ausstöße in den Jahren 2008-2012 um 5,2% zum Vergleichsjahr 1990 senkt. Als Zusatz hat man Reglementierungen eingeführt, die besagen: derjenige, der viel CO₂ produziert, kann sich von demjenigen, der wenig produziert einen gewissen Teil an „Nichtproduktion” kaufen. Es gibt also einen Markt für CO₂. Dieser Markt wird nun schon seit längerem durch NGOs wie atmosfair und myclimate genutzt, um der immens steigenden Anzahl an Flugverkehr-Nutzern bewusst zu machen, dass besonders durch Fliegen der CO₂ Ausstoß in die Höhe getrieben wird.  Hierbei greifen die Anbieter auf zusätzliche Klima-Tickets zurück. Durch ein spezielles Rechenverfahren werden Beträge ermittelt, die den Verbrauch von CO₂ pro Person und Flugkilometer angeben. Eine Strecke Frankfurt-New York-Frankfurt verursacht pro Passagier vier Tonnen Ausstoß an CO₂ pro Passagier, soviel wie zwei Jahre Autofahren eines Mittelklassewagens.

Bei atmosfair kann der Reisende einen Betrag von € 93,00 für diesen CO₂-Ausstoß zahlen und diese Summe einem Klimaschutzprojekt zugute kommenlassen. Hierbei kann es sich um ein Wasserkraftwerk in Honduras handeln, oder um Solarküchen in Indien. Somit wird aus CO₂ ein entwicklungsförderndes Programm. Der Reisende kann also, wenn er denn schon fliegen muss, zumindest einen Beisatz zusteuern, der die durch in verursachten Schäden zwar nicht neutralisiert, aber dafür einen anderen gesellschaftlichen Nutzen trägt. Noch ist es nicht soweit, dass man CO₂ wieder einfangen kann. CO₂-Neutralität ist eher ein Wunsch, als ein Zustand.

Moderner Ablasshandel? Bezahlt der Reisende damit nur sein schlechtes Gewissen? CO₂ Handel ist weltweit  bereits etabliert und ist ein rechtes Mittel der Schadensbegrenzung, insoweit,  dass die Annex-Länder zumindest etwas über die schwerwiegenden Ausmaße  blinder Produktionswut nachdenken. Oder zumindest extra zur Kasse gebeten werden.  Er führt aber auch dazu, dass sich Länder mit einem hohen Emissionsgrad eine weiße Weste erkaufen können. Also rigoros weiter emittieren, sich einfach „korrektere” Zahlen kaufen.  Umweltbewusstsein ist vielleicht nicht gerade das beste Produkt mit dem man Gewinne erzielen sollte. Vor allem dann nicht, wenn so fadenscheinig betrieben. Es ist zwar gut, dass in Schwellenländern die Stromerzeugung gefördert wird und dass es wenigstens auf einer ökologisch-bewussten Ebene passiert. Aber, wenn  man  nur global sieht, oder vielmehr „vor Ort” aus global ausklammert, ist diese ökologische Kehrtwende eine fragwürdige Herangehensweise. Wer auf Weltreise geht, darf die ersten Schritte von der eigenen Türschwelle nicht vergessen. Diese sind zumeist die schwierigsten, auch wenn das Taxi zum Flughafen schon bereit steht.

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21März

spendino zwitschert

Florian Nöll Presse » Social Web

Viel zu lange war es ruhig im spendino Blog. Wir waren viel im Land unterwegs und haben unser neues Büro bezogen. Aber darum geht es jetzt nicht. Wir haben uns entschieden, zusätzlich zu unserem Blog auch bei dem Micro-Blogging-Dienst Twitter aktiv zu werden. Das bedeutet unter www.twitter.com/spendino berichten wir ab sofort in 140 Zeichen über SMS-basiertes Fundraising, mobile Kampagnen und natürlich auch über Neuigkeiten rund um spendino. Das bedeutet Kurznachrichten und Notizen veröffentlichen wir bei Twitter, umfangreiche Informationen und Hintergrundberichte weiterhin in diesem Blog. Die aktuellen Tweets finden sich auch in der rechten Spalte des Blogs wieder.

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13Februar

Studienfach Mobile Fundraising

Sascha Schubert Allgemeines » Social Web » Zahlen

Bei MobileActive.org lese ich, dass das MIT jetzt den ersten graduierten Kurs anbietet der sich mit der Frage beschäftigt, wie Handys für soziale Zwecke eingesetzt werden können. Hauptaugenmerk gilt den Feldern mobile fundraising, sozialer Wandel, web2.0, Charity und Politik.
Aus der Kursbeschreibung:

„Each week we will review existing tools for social change, cover techniques for mobile hacking, and piece together new experiments. International speakers ranging from Zimbabwean activists to telecommunication experts will discuss the problems with existing ICTs, and suggest parameters for new systems. We’ll review protocols, systems, and packages like VOIP, GSM, SMS, and PBX to look at how they may be reused or reconfigured, and explore handset development and alternative communications systems.  We will learn to set up, develop for, and hack with systems and open source packages like Symbian Series 60, Android, Openmoko, Django, Asterisk.  Through hacking and technical exercises, we will demystify the field and build springboards for future work.  By the end of the class, we hope to collaboratively create new repertoires for social change and technical activism.”

Genaue Informationen über den Kurs mit einem Semester Dauer gibt es hier.

Vor kurzem habe ich in einer Studie der Arbeitsgruppe Mobile Commerce (wi-mobile) des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg gelesen, dass knapp 70% der Nutzer für die Zahlung von Kleinbeträgen im elektronischen Handel (Internet) Mobile Payment Verfahren bevorzugen. Michael Stein hatte bereits vor einiger Zeit über die Emergenz von Mobile Fundraising geschrieben.

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9Dezember

Spendenrekord und Finanzkrise

Sascha Schubert Allgemeines » Social Web

Großzügig zeigen sich die Bundesbürger trotz der Finanzkrise. Einen Spendenrekord erzielten sowohl die TV-Spendengala am 6. Dezember 2008 zum 30. Jubiläum von “Ein Herz für Kinder” - etwas mehr als 15. Mio. € sind zusammen gekommen, als auch die Spendenaktion der Audi Belegschaft die über 500.000€ einbrachte.

Während wir jetzt noch neue Rekorde sehen, ist die Spendenlandschaft über die weitere Entwicklung verunsichert. Kurzarbeit und Entlassungen  in der Realwirtschaft und geplatzte Spekulationen in der Bankenlandschaft trüben den Wirtschaftsausblick ein und treiben Spendensammlern die Sorgenfalten auf die Stirn.

In Österreich versucht man dem Spendenrückgang in diesem Jahr mit der Absetzbarkeit von Spenden bei der Steuer entgegen zu wirken. Der Rückgang der Spenden in Summe steht für viele außer Frage. Offen sind jedoch weitere Fragen: Wie wirkt sich die Finanzkrise auf das Ehrenamt aus? Sinkt die Höhe der (Durchschnitts-) Spenden oder auch die Zahl der Spender?

Im Vergleich zu amerikanischen Organisationen dürften die Auswirkungen in Deutschland kleiner sein. US-Organisationen leiden nicht nur unter dem Wegbrechen der Spenden sondern auch unter der Erosion der Werte ihrer Anlagen.

Aber die Krise bietet auch Chancen. Sie fördert mehr Mut bei der Ansprache von Spendern und fordert mehr Kostendisziplin in den Organisationen. spendino hilft hier, ebenso wie bei der Umsetzung einer „Ameisenstrategie“ (hierzu mehr in einem kommenden Beitrag). Außerdem steht fest, dass Medienunternehmen Ihre Werbeflächen nicht wie bisher verkaufen können. Hier können die Spendenorganisationen auf zusätzliche Reichweite hoffen.

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