Mehr als 100 Mal wurde der Social Media Report in den ersten Stunden seines Erscheinens bereits heruntergeladen. Über diese große Resonanz hat sich das Team von spendino sehr gefreut.
Die positive und gleichzeitig kritische Würdigung unserer Studie in zahlreichen Blogs, E-Mails, Telefonaten und Tweets hat uns darin bestärkt, den Social Media Report in Zukunft weiter auszubauen. Wir möchten diesen sehr interessanten und konstruktiven Dialog fortsetzen.
An dieser Stelle möchten wir gerne auf einige Anmerkungen und Kritikpunkte eingehen:
Einige Kritikpunkte richten sich allgemein gegen eine quantitativ-standardisierte Erhebung und nicht gegen unsere Studie an sich. Quantitative Studien sind sehr gut dazu geeignet, um einen Überblick über einen Themenbereich zu geben. Beim Social Media Report ging es darum, den Einsatz von Social Media in der deutschen NPO-Landschaft allgemein zu analysieren. In einer quantitativen Analyse kann nicht auf Ausnahmen, spezielle Strategien oder Einzelbetrachtungen detailliert eingegangen werden. Die Social Media Experten von spendino sind sich dieser Einschränkungen bewusst. Durch die Best Practice Beispiele wurde jedoch versucht, einen qualitativen Einblick in unsere Studie zu integrieren. Mit dem Ziel der regelmäßigen Datenerhebung und der langfristigen Vergleichbarkeit sind qualitative Erhebungen aus unserer Sicht nur sehr schwer vereinbar. In den jetzt vorliegenden Report sind mehr als 1500 Arbeitsstunden für Konzeption, Erhebung, Web-Umsetzung und Ausarbeitung eingeflossen. Wir sind natürlich sehr auf qualitative Studien von anderen Autoren gespannt, die Strategien einzelner NPOs näher beleuchten, und stellen zu Vergleichszwecken gerne auch unsere Daten zur Verfügung.
Wir haben uns darüber gefreut, dass viele Leser uns für die geleistete Pionierarbeit in Deutschland gelobt haben. Zum ersten Mal wurde eine vergleichbare Datengrundlage geschaffen, bei der die Ergebnisse aller getesteten NPOs auch in den Einzelkategorien einsehbar sind. Diese Datenbasis kann zum Beispiel dazu genutzt werden, zu analysieren, wie der Social Media Einsatz von NPOs in Deutschland wächst. Für Facebook veröffentlichen wir zeitnah einen Blogartikel, der auf der Grundlage der im #SMR10 erhobenen Daten das Wachstum der NPOs untereinander vergleicht.
Wir sind ebenfalls der Meinung, dass kein direkter Rückschluss von unseren Daten auf die Strategie einer NPO möglich ist. Dies liegt daran, dass wir keine wissenschaftliche Studie mit entsprechendem Forschungsdesign erstellt haben, die einen solchen direkten Rückschluss zuließe. Im Artikel im Fundraiser Magazin und an anderen Stellen wurde daher auch auf diese Tatsache hingewiesen. Die Aussage, dass viele NPOs keine professionelle Social Media Strategie haben, basiert auf unseren Erfahrungswerten und Beobachtungen und ist nicht als wissenschaftlich überprüfte Korrelation zu verstehen. Dennoch kann man eine Beziehung zwischen dem Erfolg einer NPO in unserem Test und dem Vorhandensein einer Strategie erkennen. Tatsächlich werden wir die nächste Erhebung mit einer Umfrage unter allen untersuchten Organisationen verbinden und dabei dieser und anderer Annahmen auf den Zahn fühlen.
Die Kritik, dass wir mit unserer Studie suggerieren wollten, dass es darum gehen würde, möglichst häufig zu posten, finden wir nicht bestätigt. Diese Aussage mag theoretisch schlüssig sein, trifft aber auf die Praxis gemeinnütziger Organisation kaum zu. Die meisten NPOs nutzen Social Media noch kaum. Trotzdem ist die Aussage, dass es auf die Qualität und Interaktivität der Beiträge ankommt, absolut richtig. Wir werden versuchen, die Interaktivität der Postings in unserer nächsten Studie noch besser zu berücksichtigen.
Auf die Frage der passenden Gewichtung gibt es aus unserer Sicht keine „richtige“ Antwort. Auch innerhalb von spendino wurde unsere Gewichtung heiß diskutiert. Deshalb haben wir die Gewichtung auch geöffnet, damit jeder mit seiner eigenen Meinungen oder NPOs mit anderen Strategien, die Ergebnisse nach ihrer persönlichen Meinung verändern können. Uns würde sehr interessieren, welche anderen Gewichtungen ihr gewählt hättet und aus welchem Grund? Des Weiteren ist noch interessanter, ob sich durch eure geänderte Gewichtung unsere Ergebnisse signifikant ändern würden? Probiert es doch einfach mal aus und teilt uns euer Ergebnis mit!
Die Meinung, dass Spendentools in unserer Studie überbewertet werden, teilen wir nicht. Spendentools werden im Report lediglich mit 5% gewichtet. Wer aber der Meinung ist, dass Spendentools überhaupt nicht berücksichtigt werden sollten, kann auch diesen Wert aus der Bewertung ganz herausnehmen. Dabei wird deutlich, dass sich die Ergebnisse nur marginal verändern. Wir sind jedoch der Meinung, dass Spendentools bei einer umfassenden Analyse der Nutzung von Social Media durch NPOs berücksichtigt werden sollten und haben sie daher mit aufgenommen.
Bleibt die Frage nach der Auswahl der untersuchten Organisationen. Wir haben uns in einem intensiven Prozess gegen zu starre Kriterien entschieden. Das macht die Auswahl zwar angreifbar, schafft aber auch den Rahmen um ein realistisches Bild der deutschen NPOs in Social Media zu zeichnen. Wir sind uns sehr sicher, dass die Top10 – wahrscheinlich auch die Top20 – durch unsere Auswahl nicht verfälscht wurden und wir die jeweils besten Organisationen in jeder Kategorie untersucht haben. Bei einem Blick auf weiteren Platzierungen muss die Frage erlaubt sein, inwieweit mehr untersuchte Organisationen zu einem weiteren Erkenntnisgewinn geführt hätten. Wir sind offen für Vorschläge und werden dazu auch noch einmal aktiv aufrufen.
Wir freuen uns auf den weiteren Dialog mit euch!
P.S.: Es gibt eine aktualisierte Version des #SMR 10 von spendino zum Download auf http://www.spendino.de/social-media-report/studie.html
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