In der letzten Woche bin ich auf eine kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Bundesregierung gestoßen.  Die Anfrage enthielt insgesamt 16 Fragen rund um das Thema Gemeinnützigkeit und Spenden in Deutschland.

Ich möchte hier vor allem auf die ersten drei Fragen und Antworten eingehen, da sie teilweise deutlich von den mir bekannten Zahlen abweichen.

  1. Wie viele eingetragene Vereine, Stiftungen oder gemeinnützige Kapitalgesellschaften gibt es in Deutschland?
  2. Wie hoch waren die in den Jahren 2006, 2007 und 2008 in den Einkommensteuererklärungen von Privatpersonen angegebenen Beträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke?
  3. Wie hoch waren in den letzten Jahren jeweils die in den Einkommensteuererklärungen angegebenen Beträge als Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung?

Zu Frage 1 schätzt die Bunderegierung, dass es ca. 500000 Vereine und ca. 15000 Stiftungen gibt, die nach den Regeln der Abgabenordnung steuerlich begünstigt sind, hat jedoch hierzu keine eigenen Daten, da gemeinnützige Organisationen nicht zentral von den Behörden erfasst werden. Damit sind 88% aller eingetragenen Vereine (566.171) und 86% aller Stiftungen in Deutschland gemeinnützig.

Während mir die Zahlen zur ersten Frage in etwa bekannt waren haben mich die Antworten zu 2 und 3 überrascht. Als Spendenvolumen für 2006 und 2007 werden von der Bundesregierung in 2006 4.499 Mio. € für gemeinnützige Vereine und 770 Mio. € für Stiftungen genannt, in Summe also 5.269 Mio. €. In 2007 sind es 3.351Mio. € für gemeinnützige Vereine und 265 Mio. € für Stiftungen, und damit in Summe 3.616Mio. €.

Diese Zahlen weichen mehr als erheblich von den jährlich erhobenen Zahlen der GFK ab. Die Bilanz des Helfens nennt für 2006 1.972 Mio. € und für 2007 2.080 Mio. € (siehe hierzu auch die Tabelle).

Abweichende Zahlen liefert auch das Statistische Bundesamt, wobei auch diese Daten im Vergleich zur „Bilanz des Helfens“ vergleichsweise alt sind. Die Unterschiede, beispielsweise bei der Spenderzahl sind ebenso erheblich. So machten in 2006 27 Mio. steuerpflichtige Privatpersonen Spenden geltend, während die Bilanz des Helfens rund 13,4 Mio. Spender nennt.

Ohne ein Urteil zu fällen vertraue ich den Zahlen der Finanzämter mehr. Vielleicht nur, weil ich meine Steuererklärung mit mehr Aufmerksamkeit erledige, als ich sie bei Umfragen an den Tag lege. Ich habe jedoch auch Roland Adler von der GFK angesprochen, um die Ursachen für die Unterschiede herauszufinden.

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Mehr als 100 Mal wurde der Social Media Report in den ersten Stunden seines Erscheinens bereits heruntergeladen. Über diese große Resonanz hat sich das Team von spendino sehr gefreut.
Die positive und gleichzeitig kritische Würdigung unserer Studie in zahlreichen Blogs, E-Mails, Telefonaten und Tweets hat uns darin bestärkt, den Social Media Report in Zukunft weiter auszubauen. Wir möchten diesen sehr interessanten und konstruktiven Dialog fortsetzen.

An dieser Stelle möchten wir gerne auf einige Anmerkungen und Kritikpunkte eingehen:

Einige Kritikpunkte richten sich allgemein gegen eine quantitativ-standardisierte Erhebung und nicht gegen unsere Studie an sich. Quantitative Studien sind sehr gut dazu geeignet, um einen Überblick über einen Themenbereich zu geben. Beim Social Media Report ging es darum, den Einsatz von Social Media in der deutschen NPO-Landschaft allgemein zu analysieren. In einer quantitativen Analyse kann nicht auf Ausnahmen, spezielle Strategien oder Einzelbetrachtungen detailliert eingegangen werden. Die Social Media Experten von spendino sind sich dieser Einschränkungen bewusst. Durch die Best Practice Beispiele wurde jedoch versucht, einen qualitativen Einblick in unsere Studie zu integrieren. Mit dem Ziel der regelmäßigen Datenerhebung und der langfristigen Vergleichbarkeit sind qualitative Erhebungen aus unserer Sicht nur sehr schwer vereinbar. In den jetzt vorliegenden Report sind mehr als 1500 Arbeitsstunden für Konzeption, Erhebung, Web-Umsetzung und Ausarbeitung eingeflossen. Wir sind natürlich sehr auf qualitative Studien von anderen Autoren gespannt, die Strategien einzelner NPOs näher beleuchten, und stellen zu Vergleichszwecken gerne auch unsere Daten zur Verfügung.

Wir haben uns darüber gefreut, dass viele Leser uns für die geleistete Pionierarbeit in Deutschland gelobt haben. Zum ersten Mal wurde eine vergleichbare Datengrundlage geschaffen, bei der die Ergebnisse aller getesteten NPOs auch in den Einzelkategorien einsehbar sind. Diese Datenbasis kann zum Beispiel dazu genutzt werden, zu analysieren, wie der Social Media Einsatz von NPOs in Deutschland wächst. Für Facebook veröffentlichen wir zeitnah einen Blogartikel, der auf der Grundlage der im #SMR10 erhobenen Daten das Wachstum der NPOs untereinander vergleicht.

Wir sind ebenfalls der Meinung, dass kein direkter Rückschluss von unseren Daten auf die Strategie einer NPO möglich ist. Dies liegt daran, dass wir keine wissenschaftliche Studie mit entsprechendem Forschungsdesign erstellt haben, die einen solchen direkten Rückschluss zuließe. Im Artikel im Fundraiser Magazin und an anderen Stellen wurde daher auch auf diese Tatsache hingewiesen. Die Aussage, dass viele NPOs keine professionelle Social Media Strategie haben, basiert auf unseren Erfahrungswerten und Beobachtungen und ist nicht als wissenschaftlich überprüfte Korrelation zu verstehen. Dennoch kann man eine Beziehung zwischen dem Erfolg einer NPO in unserem Test und dem Vorhandensein einer Strategie erkennen. Tatsächlich werden wir die nächste Erhebung mit einer Umfrage unter allen untersuchten Organisationen verbinden und dabei dieser und anderer Annahmen auf den Zahn fühlen.

Die Kritik, dass wir mit unserer Studie suggerieren wollten, dass es darum gehen würde, möglichst häufig zu posten, finden wir nicht bestätigt. Diese Aussage mag theoretisch schlüssig sein, trifft aber auf die Praxis gemeinnütziger Organisation kaum zu. Die meisten NPOs nutzen Social Media noch kaum. Trotzdem ist die Aussage, dass es auf die Qualität und Interaktivität der Beiträge ankommt, absolut richtig. Wir werden versuchen, die Interaktivität der Postings in unserer nächsten Studie noch besser zu berücksichtigen.

Auf die Frage der passenden Gewichtung gibt es aus unserer Sicht keine „richtige“ Antwort. Auch innerhalb von spendino wurde unsere Gewichtung heiß diskutiert. Deshalb haben wir die Gewichtung auch geöffnet, damit jeder mit seiner eigenen Meinungen oder NPOs mit anderen Strategien, die Ergebnisse nach ihrer persönlichen Meinung verändern können. Uns würde sehr interessieren, welche anderen Gewichtungen ihr gewählt hättet und aus welchem Grund? Des Weiteren ist noch interessanter, ob sich durch eure geänderte Gewichtung unsere Ergebnisse signifikant ändern würden? Probiert es doch einfach mal aus und teilt uns euer Ergebnis mit!

Die Meinung, dass Spendentools in unserer Studie überbewertet werden, teilen wir nicht.  Spendentools werden im Report lediglich mit 5% gewichtet. Wer aber der Meinung ist, dass Spendentools überhaupt nicht berücksichtigt werden sollten, kann auch diesen Wert aus der Bewertung ganz herausnehmen. Dabei wird deutlich, dass sich die Ergebnisse nur marginal verändern. Wir sind jedoch der Meinung, dass Spendentools bei einer umfassenden Analyse der Nutzung von Social Media durch NPOs berücksichtigt werden sollten und haben sie daher mit aufgenommen.

Bleibt die Frage nach der Auswahl der untersuchten Organisationen. Wir haben uns in einem intensiven Prozess gegen zu starre Kriterien entschieden. Das macht die Auswahl zwar angreifbar, schafft aber auch den Rahmen um ein realistisches Bild der deutschen NPOs in Social Media zu zeichnen. Wir sind uns sehr sicher, dass die Top10 – wahrscheinlich auch die Top20 – durch unsere Auswahl nicht verfälscht wurden und wir die jeweils besten Organisationen in jeder Kategorie untersucht haben. Bei einem Blick auf weiteren Platzierungen muss die Frage erlaubt sein, inwieweit mehr untersuchte Organisationen zu einem weiteren Erkenntnisgewinn geführt hätten. Wir sind offen für Vorschläge und werden dazu auch noch einmal aktiv aufrufen.

Wir freuen uns auf den weiteren Dialog mit euch!

P.S.: Es gibt eine aktualisierte Version des #SMR 10 von spendino zum Download auf http://www.spendino.de/social-media-report/studie.html

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Heute haben wir den Social Media Report 2010 veröffentlicht. Wie die deutsche Non-Profit-Szene auf die Entwicklung des Social Web reagiert hat, wurde in dieser Studie umfassend analysiert.
Insgesamt wurden 65 Non-Profit-Organisationen aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern in 11 Kategorien und 25 Variablen untersucht.

Die 3 besten Organisationen der Gesamtwertung sind:

1. Greenpeace e.V.
2. WWF Deutschland
3. PETA Deutschland e.V.

Nähere Informationen und Hintergründe über die Studie finden Sie auf www.spendino.de/social-media-report. Dort finden Sie ebenfalls eine Liste aller untersuchten NPOs sowie deren Detailergebnisse. Auf der Homepage ist es möglich, den Social Media Report oder das Gesamtergebnis der 20 bestplatzierten NPOs als PDF-Dokument herunterzuladen.

Wir - die Autoren des Social Media Reports - freuen uns auf Ihre Anregungen und Anmerkungen.

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Der diesjährige Red Nose Day in Großbritannien hat gezeigt, dass Spenden mittels SMS nicht nur eine bequeme, sondern auch eine reizvolle Alternative zu klassischen Zahlungswegen darstellen.

Die Teilnehmer konnten hierbei durch Versenden einer SMS £ 1, später sogar £ 5 spenden. Aufgerufen hierzu wurde zum einen über Radiosendungen der BBC Radio 1, zum anderen bei der TV-Übertragung des „Big Red Nose Climb” in der neun Prominente den Kilimandscharo bestiegen.

4,75 Millionen SMS konnten von den verantwortlichen Mobilfunkunternehmen MIG und Buongiorno verzeichnet werden. Im Zeitraum vom 27. Februar bis zum 31. März kamen somit £ 7,8 Millionen caritativen Zwecken zugute. Von insgesamt £ 59,3 Millionen sind das stolze 13%. Da die üblichen Gebühren und Steuern wegfielen konnten alle Einnahmen direkt der Organisation zukommen.

“The extraordinary commitment of the mobile industry to this year’s campaign has been astonishing - helping us to raise a staggering £7.8 million through mobile text donations - An outstanding success!”
Emma Freud, Trustee of Comic Relief

“We are delighted that consumers donated so much using their mobile phones. We would like to say a special thank you to the mobile phone operators who have worked so closely with us and have been so generous in agreeing to waive their usual fees. Raising £7.8 million is incredible and demonstrates how easy Comic Relief has made it for consumers to donate this year.”
Barry Houlihan, CEO, MIG

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13Februar

Studienfach Mobile Fundraising

Sascha Schubert Allgemeines » Social Web » Zahlen

Bei MobileActive.org lese ich, dass das MIT jetzt den ersten graduierten Kurs anbietet der sich mit der Frage beschäftigt, wie Handys für soziale Zwecke eingesetzt werden können. Hauptaugenmerk gilt den Feldern mobile fundraising, sozialer Wandel, web2.0, Charity und Politik.
Aus der Kursbeschreibung:

„Each week we will review existing tools for social change, cover techniques for mobile hacking, and piece together new experiments. International speakers ranging from Zimbabwean activists to telecommunication experts will discuss the problems with existing ICTs, and suggest parameters for new systems. We’ll review protocols, systems, and packages like VOIP, GSM, SMS, and PBX to look at how they may be reused or reconfigured, and explore handset development and alternative communications systems.  We will learn to set up, develop for, and hack with systems and open source packages like Symbian Series 60, Android, Openmoko, Django, Asterisk.  Through hacking and technical exercises, we will demystify the field and build springboards for future work.  By the end of the class, we hope to collaboratively create new repertoires for social change and technical activism.”

Genaue Informationen über den Kurs mit einem Semester Dauer gibt es hier.

Vor kurzem habe ich in einer Studie der Arbeitsgruppe Mobile Commerce (wi-mobile) des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg gelesen, dass knapp 70% der Nutzer für die Zahlung von Kleinbeträgen im elektronischen Handel (Internet) Mobile Payment Verfahren bevorzugen. Michael Stein hatte bereits vor einiger Zeit über die Emergenz von Mobile Fundraising geschrieben.

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In der aktuellen Wirtschaftswoche (Nr. 5, 2009) blickt Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Zentralinstituts für soziale Fragen, auf das Jahr 2008 zurück und äußert sich hoffnungsvoll für 2009.

„Die Erfahrung lehrt, dass sich die deutschen Spender nicht so sehr durch Wirtschaftskrisen beeindrucken lassen. In Zukunft erwarten wir keinen radikalen Einbruch.“
sagte er der WiWo.

Eine Umfrage unter den zehn größten Hilfsorganisationen, die das DZI Spenden-Siegel tragen, bestätigt nicht die befürchteten Rückgänge in 2008. Manche Organisationen, genannt sind die Christoffel- Blindenmission, Plan International und Brot für die Welt, haben sogar hinzugewonnen.

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14November

18.000.000

Florian Nöll Zahlen

18 Millionen Euro beträgt der Spendenerlös, der durch Sonderbriefmarken im Jahr gesammelt wird. Jetzt führt das zuständige Bundesfinanzministerium ein Gütesiegel für die Sonderbriefmarken ein. Damit soll transparent gemacht werden, wofür die Mittel eingesetzt werden. Davon erhofft man sich dann auch eine Steigerung der Spendenerlöse.

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21September

795

Florian Nöll Zahlen

Das ist die Zahl der Tafeln in Deutschland, die nicht mehr für den Verkauf geeignete Lebensmittel an Bedürftige meist gegen den symbolischen Betrag von einem Euro verteilen. Bei den Tafeln engagieren sich rund 35.000 Ehrenamtler und 3.200 Mini-Jobber, Beschäftige in Förderprogrammen, Angestellte und Zivildienstleistende, die nach einer Prognose des Bundesverbandes «Deutsche Tafel» im Jahr 2008 eine Million Bedürftige unterstützen werden.

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12September

2.300

Florian Nöll Zahlen

Das ist die Zahl der Mediziner, die die deutsche Hilfsorganisation “Ärzte für die Dritte Welt” nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung vor 25 Jahren zu Kurzeinsätzen in Slums und ländliche Elendsgebiete der Welt entsandt hat. Weitere Zahlen und Informationen zu 25 Jahren Ärzte für die Dritte Welt kennt die Social Times.

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28August

260.000

Florian Nöll Allgemeines » Zahlen

Das ist die Zahl der Geldspenden, die pro Tag in Deutschland getätigt werden. Natürlich handelt es sich bei dieser Zahl um einen berechneten Jahresdurchschnitt, so ist die Zahl der Einzelspenden beispielsweise in der Adventszeit oder bei Katastrophen wesentlich höher. Wissen Sie, wann Sie zuletzt gespendet haben? Die Möglichkeiten sind vielfältig, denken Sie nur an die Kollekte in der Kirche oder Straßensammlungen. Vielleicht pflegen Sie auch eine Patenschaft.


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