Ein Ferienlager wird der eine oder andere noch aus seiner Jugend kennen. Die Business-Welt hat indes erkannt, dass man im lockeren Rahmen sogar besser zu Erkenntnissen kommt als in stickigen Hierarchiekluften. Freie Luft zum Atmen, freier Geist zum Arbeiten.
Lagerfeuer, Wanderungen durch die angrenzenden Wälder stehen bei der neuen Generation von Lagern aber nicht auf der Liste. Die neue Generation von Feriencamps ist global ausgerichtet. Im Zuge der globalisierten Welt werden Themen angesprochen, die sich mit dem Weltgefüge auseinandersetzen. Das Internet und die Ausweitung der Medien in eben jenes, ermöglichen einen schnelleren Zugang zu Informationen und die Auswahl der Quellen ist dadurch ebenso größer. So sind weltweite soziale Ungerechtigkeiten heutzutage viel mehr präsent in den Köpfen der Menschen und vor allem junge Vielnutzer des Internets wissen meist schon vor den großen Zeitungen und Presseagenturen bescheid, wenn es irgendwo in der Welt kracht.
Die heutigen Camps sind dem Zeitgeist entsprechend aber nicht über Wochen hinweg, sondern dauern zum Teil nur wenige Stunden. So wird sich in der heutigen Schnelllebigkeit auch schnell gekümmert. Der restliche Aufwand wird dann auf medialem Wege erledigt. Mobile Tech 4 Social Change ist so ein Camp. Ausgehend von MobileActive.org, einer Social Community, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit von Non-Profit-Organisationen (NPO) im Umgang mit Mobilfunktechnologien zu unterstützen und zu durchleuchten. Das tun sie wie folgt: jeder, der Interesse hat ein Camp zu organisieren kann das tun. Überall auf der Welt kann man daher Leute zusammenbringen, die sich in Präsentationen, in Workshops und Diskussionsrunden austauschen. Ziel ist es, Aufklärung zu betreiben, Wissen zu verbreiten. Welche Ideen und Erfahrungen im Gebrauch von mobiler Technologien für den Einsatz eines guten Zweckes sind bereits erschlossen und wie kann man diese nutzen. Ebenso wichtig ist es, dass man Kosten reduziert, um solch ein Wissen zu erlangen. Wissen darüber, wie man diese Möglichkeiten der Verbreitung dieser Technologien am besten für die Gesellschaft einsetzbar macht. Und mit solch einer Basis die Strategien und Taktiken effektiven Gebrauchs zugunsten der NPOs zu beschleunigen, um daraufhin neue Plattformen zu erschließen auf denen man Netzwerke knüpfen kann.
Am 05. September diesen Jahres findet solch ein Camp nun auch in Berlin statt. Eingeladen sind hierzu alle Interessierten, die daran partizipieren möchten. Die Teilnehmer werden aufgerufen, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Ein Camp lebt davon, dass möglichst viele viel zu den Inhalten beitragen. Man muss kein Experte sein, auf dem Gebiet, das man für diskussionsrelevant hält, sollte aber vorbereitet sein. Denn: Grundlage einer solchen Veranstaltung ist die Diskussion. Und Diskussion funktioniert dann am besten, wenn sich alle beteiligen.
spendino ist selbstverständlich dabei, genau genommen wir das Mobile Tech 4 Social Change Berlin, wird von Florian Nöll und Verena Bock aus dem spendino-Team geplant und veranstaltet. Mögliche Themen, die sich im Rahmen der M4Change Berlin anbieten gibt es zuhauf. Blickt man ins aktuelle Weltgeschehen kommt man nicht umhin, auf Twitter zu stoßen. Was diese Mikroblogging-Instanz ermöglicht, kann man augenblicklich in Iran verfolgen. Dort ist freie Presse derzeit einfach nicht möglich. Auslandskorrespondenten dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen, es gibt praktisch keinerlei nicht staatlich zensierte Berichterstattung. Das Internet lässt sich nicht so einfach zensieren, es gibt immer Wege einer Zensur oder gar Sperrung auszuweichen. Hierfür sind dann Foren wie Twitter, YouTube und dergleichen die places to be. Fragen zu Themen, wie es mit der Authentizität solcher frei nutzbaren Mittel aussieht und wie diese zu gewähren sind, könnten während M4Change Berlin zum Beispiel geklärt werden. Oder wie man das fehlende Bankensystem in Afrika mittels micro-banking auffangen kann. Die Menschen in Afrika haben dadurch erstmalig die Möglichkeit Geld zu transferieren, über das Mobiltelefon. Auch soll über das Fundraising im Internet debattiert werden, wie es immer mehr Anhänger findet, die immer mehr Möglichkeiten für die Organisationen sich online zu präsentieren und dergleichen.
Wie das alles von statten geht, wird dann geklärt, wenn in Berlin die virtuellen Zelte aufgestellt werden, vergesst die Heringe nicht.
