18Juni

Camp Social.

Matthias Nizinski Kampagnen » Social Web

Ein Ferienlager wird der eine oder andere noch aus seiner Jugend kennen. Die Business-Welt hat indes erkannt, dass man im lockeren Rahmen sogar besser zu Erkenntnissen kommt als in stickigen Hierarchiekluften. Freie Luft zum Atmen, freier Geist zum Arbeiten.

Lagerfeuer, Wanderungen durch die angrenzenden Wälder stehen bei der neuen Generation von Lagern aber nicht auf der Liste. Die neue Generation von Feriencamps ist global ausgerichtet. Im Zuge der globalisierten Welt werden Themen angesprochen, die sich mit dem Weltgefüge auseinandersetzen. Das Internet und die Ausweitung der Medien in eben jenes, ermöglichen einen schnelleren Zugang zu Informationen und die Auswahl der Quellen ist dadurch ebenso größer. So sind weltweite soziale Ungerechtigkeiten heutzutage viel mehr präsent in den Köpfen der Menschen und vor allem junge Vielnutzer des Internets wissen meist schon vor den großen Zeitungen und Presseagenturen bescheid, wenn es irgendwo in der Welt kracht.

Die heutigen Camps sind dem Zeitgeist entsprechend aber nicht über Wochen hinweg, sondern dauern zum Teil nur wenige Stunden. So wird sich in der heutigen Schnelllebigkeit auch schnell gekümmert. Der restliche Aufwand wird dann auf medialem Wege erledigt. Mobile Tech 4 Social Change ist so ein Camp. Ausgehend von MobileActive.org, einer Social Community, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit von Non-Profit-Organisationen (NPO) im Umgang mit Mobilfunktechnologien zu unterstützen und zu durchleuchten. Das tun sie wie folgt: jeder, der Interesse hat ein Camp zu organisieren kann das tun. Überall auf der Welt kann man daher Leute zusammenbringen, die sich in Präsentationen, in Workshops und Diskussionsrunden austauschen. Ziel ist es, Aufklärung zu betreiben, Wissen zu verbreiten. Welche Ideen und Erfahrungen im Gebrauch von mobiler Technologien für den Einsatz eines guten Zweckes sind bereits erschlossen und wie kann man diese nutzen. Ebenso wichtig ist es, dass man Kosten reduziert, um solch ein Wissen zu erlangen. Wissen darüber, wie man diese Möglichkeiten der Verbreitung dieser Technologien am besten für die Gesellschaft einsetzbar macht. Und mit solch einer Basis die Strategien und Taktiken effektiven Gebrauchs zugunsten der NPOs zu beschleunigen, um daraufhin neue Plattformen zu erschließen auf denen man Netzwerke knüpfen kann. 

Am 05. September diesen Jahres findet solch ein Camp nun auch in Berlin statt. Eingeladen sind hierzu alle Interessierten, die daran partizipieren möchten. Die Teilnehmer werden aufgerufen, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Ein Camp lebt davon, dass möglichst viele viel zu den Inhalten beitragen. Man muss kein Experte sein, auf dem Gebiet, das man für diskussionsrelevant hält, sollte aber vorbereitet sein. Denn: Grundlage einer solchen Veranstaltung ist die Diskussion. Und Diskussion funktioniert dann am besten, wenn sich alle beteiligen. 

spendino ist selbstverständlich dabei, genau genommen wir das  Mobile Tech 4 Social Change Berlin, wird von Florian Nöll und Verena Bock  aus dem spendino-Team geplant und veranstaltet. Mögliche Themen, die sich im Rahmen der M4Change Berlin anbieten gibt es zuhauf. Blickt man ins aktuelle Weltgeschehen kommt man nicht umhin, auf Twitter zu stoßen. Was diese Mikroblogging-Instanz ermöglicht, kann man augenblicklich in Iran verfolgen. Dort ist freie Presse derzeit einfach nicht möglich. Auslandskorrespondenten dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen, es gibt praktisch keinerlei nicht staatlich zensierte Berichterstattung. Das Internet lässt sich nicht so einfach zensieren, es gibt immer Wege einer Zensur oder gar Sperrung auszuweichen. Hierfür sind dann Foren wie Twitter, YouTube und dergleichen die places to be. Fragen zu Themen, wie es mit der Authentizität solcher frei nutzbaren Mittel aussieht und wie diese zu gewähren sind, könnten während M4Change Berlin zum Beispiel geklärt werden. Oder wie man das fehlende Bankensystem in Afrika mittels micro-banking auffangen kann. Die Menschen in Afrika haben dadurch erstmalig die Möglichkeit Geld zu transferieren, über das Mobiltelefon. Auch soll über das Fundraising im Internet debattiert werden, wie es immer mehr Anhänger findet, die immer mehr Möglichkeiten für die Organisationen sich online zu präsentieren und dergleichen.

Wie das alles von statten geht, wird dann geklärt, wenn in Berlin die virtuellen Zelte aufgestellt werden, vergesst die Heringe nicht.

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Man kennt ihn mit Rosen, man kennt ihn mit orangenen Schleifen. Nun wird Umsturz gezwitschert. In Moldawien formierte sich eine revolutionäre Bewegung über das Internet.

Es scheint fast schon obligatorisch, dass die Bevölkerung unzufrieden ist mit dem Wahlergebnis, wenn in ehemaligen Sowjetrepubliken gewählt wird. Weißrussland 2003, Ukraine 2004, Moldawien 2009.

Anfang April dieses Jahres war es wieder so weit. Moldawien, ein ehemaliger Teilstaat Rumäniens, hatte Parlamentswahlen abgehalten. Der große Gewinner hierbei: der kommunistische Flügel. Jetzt  ist es nicht weiter verwunderlich, dass über die Reinheit der Wahlergebnisse spekuliert wurde, dass man den Gewinnern Wahlbetrug vorhielt; manipulierte Medien,  Stimmenfälschungen  - hier sollten doch tatsächlich Verstorbene den Urnengang geschafft und im Ausland lebende Moldauer mit gewählt haben. Auch Minderjährige haben anscheinend für die Kommunisten gestimmt. Ist der kleine Staat zwischen Rumänien und Ukraine zwar einer der ärmsten auf dem eurasischen Kontinent, doch gibt es auch hier die Möglichkeit, seinen Unmut weltweit öffentlich zu veräußern. Ein Land, das größtenteils von Landwirtschaft lebt kann sich auch nicht von der Ausbreitung des Internets verschließen. So finden sich auch hier Leute, die die Möglichkeiten blitzschneller Informationsverteilung nutzen und zum Protest aufrufen. Werkzeuge wie Twitter eignen sich besonders gut ob ihres leichten Zugangs und kostenlosen Nutzung Massen zu mobilisieren.

Foto: Dan Pattesron

»Sechs Leute, zehn Minuten Brainstorming, ein paar Stunden lang SMS verschicken, und schon hast du 15000 Leute auf der Straße«

Natalia Morar, blogJournalistin Think Moldova

Dass der Protest gegen den Wahlausgang in gewalttätigen Ausschreitungen endete, kann man Twitter nicht vorhalten. Es war kein mittels Twitter geplanter Kleinkrieg von Unruhestiftern mit der Obrigkeit. Es ist vielmehr der Informationsaustausch, und die schnelle Publikation von Neuigkeiten, die Twitter in eine Rolle des Partizipierenden lenkt. Keine Twitter-Revolution. So kann dieses Forum nichts für die Gewaltbereitschaft junger Revolutionärer. Nein, das Phänomen Twitter ist ein anderes. Heutzutage kann jeder, zu jeder Zeit von überall zu jedem überall Kontakt aufnehmen. Man kann Twitter also so nutzen, um sich auszutauschen, man kann aber auch allerlei Gutes damit tun.

Die caritative Nutzbarkeit Twitters äußerte sich im Februar dieses Jahres. Twitter hat mit dem Twestival gezeigt, dass es eine Ausnahmeposition einnimmt, um Gutes zu tun. Hierbei handelte es sich um einen über Twitter initiierten Event  in mehr als 200 Städten der Welt, bei dem für eine NonProfit Organisation, charity: water gesammelt wurde. Diese hilft, in Entwicklungsländern wie Afrika und Indien Brunnen und andere Formen von Wassergewinnung zu erschließen und hat laut eigener Angaben bereits $ 250.000 über die Twestival-Veranstaltungen eingenommen. Bei diesen Veranstaltungen trafen sich Interessierte aus einer Stadt zusammen, um gemeinsam einen Abend zu verbringen und dabei Spenden zu sammeln. Organisiert wurde dies von Freiwilligen und mit unterschiedlicher Ausgestaltung. Angefangen hat alles mit der Idee, die Menschen hinter den Avataren kennenzulernen, gemeinsam Karaoke zu singen und dabei etwas für einen guten Zweck zu tun.  Zusätzlich wurden andere Funktionen wie Twestival.fm eingerichtet, bei denen der Nutzer durch den Kauf oder das Hochladen von Musik charity:water unterstützt oder direkt zu der Organisation verlinkt wird, um dort direkt zu spenden.

Ob das Sammeln von Spenden für den guten Zweck, den Austausch von privaten Informationen oder nun auch das Zusammenrufen von Umstürzlern in Moldawien, der Twittertrend scheint kein Ende nehmen zu wollen.

Ist Twitter jetzt bloß eine bunte Spielwiese für Selbstdarsteller, Spendensammler, Politiker oder Revolutionäre? Ein Hort der unendlich weit reichenden Vielfalt des Weltweitnetztes? Und was darf man alles ernst nehmen?  Fest steht jedenfalls, dass immer mehr Menschen sich dieses Mediums bedienen und dass es immer notwendiger scheint, es zu tun. Abzuwarten bleibt, ob es denn bald als obsolet gilt die Zeitung aufzuschlagen, um sich über das Weltgeschehen zu informieren. Denn ein Vöglein hat bestimmt schon seine 140 Töne hierzu gezwitschert.

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21März

spendino zwitschert

Florian Nöll Presse » Social Web

Viel zu lange war es ruhig im spendino Blog. Wir waren viel im Land unterwegs und haben unser neues Büro bezogen. Aber darum geht es jetzt nicht. Wir haben uns entschieden, zusätzlich zu unserem Blog auch bei dem Micro-Blogging-Dienst Twitter aktiv zu werden. Das bedeutet unter www.twitter.com/spendino berichten wir ab sofort in 140 Zeichen über SMS-basiertes Fundraising, mobile Kampagnen und natürlich auch über Neuigkeiten rund um spendino. Das bedeutet Kurznachrichten und Notizen veröffentlichen wir bei Twitter, umfangreiche Informationen und Hintergrundberichte weiterhin in diesem Blog. Die aktuellen Tweets finden sich auch in der rechten Spalte des Blogs wieder.

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